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„Stuttgarter Sinfoniker h.c.“, so wurde dieses Liebhaberorchester in einer Kritik der Stuttgarter Zeitung einmal genannt. Das schmeichelt und spornt an, die Probenabende am Donnerstag Abend nicht zu versäumen. Um den Ehrentitel zu verdienen und zu erhalten, arbeiten die spielenden Mitglieder des Vereins bei den regelmäßigen Proben mit einer Anzahl von professionellen Musikerinnen und Musikern zusammen. Die Pflege dieser besonderen Tradition führt zu dem von unserem Publikum geschätzten Phänomen, dass die Instrumentalisten in den Konzerten ihre musikalischen Möglichkeiten voll ausschöpfen und manchmal sogar über sie hinauswachsen. Dieses Prinzip des Orchestervereins, der zu den ältesten seiner Art in Deutschland zählt, ist es, das ihn jung und vital hält. Es erklärt auch seine tiefe Verwurzelung in der Stuttgarter Musiktradition.

Gegründet im Jahr 1857 von den Stuttgarter Musikliebhabern Rudolf Zumsteeg und Johann Zundel in Gemeinschaft mit anderen Begeisterten, war für die Beteiligten von Anfang an die Pflege anspruchsvoller und für Amateure oft nur schwer zu realisierender großer Werke der Musikliteratur Ziel und Zweck. Daneben ging und geht es um das gemeinsame Erleben mit den Zuhörerinnen und Zuhörern, von denen viele ebenfalls dem OV angehören.

Ansporn für die etwa 80 nichtprofessionellen Musikliebhaberinnen und –liebhaber ist auch die Zusammenarbeit mit international bekannten Solistenpersönlichkeiten wie Edda Moser, Felicia Weathers, Gerhard Oppitz, Aurèle Nicolet, Mischa Maisky, Dinorah Varsi, Hideyo Harada, Tanja Becker-Bender, Daniel Müller-Schott, Arabella Steinbacher, Markus Eiche und den Gebrüdern Stenzl. Fast noch beglückender als die Konzerte selbst sind die Proben mit diesen Solisten, die für viele von uns Höhepunkte im musikalischen Leben darstellen. Um dieser Herausforderungen Herr zu werden, hat der Verein seit jeher Wert auf solide Führung gelegt; hervorragende Dirigenten arbeiten gerne und langfristig mit dem Orchester zusammen.

Höhepunkt für den OV ist außerdem die regelmäßige Zusammenarbeit mit Solisten des Stuttgarter Balletts, bei den in dieser Form in Stuttgart einmaligen Veranstaltungen „Musik und Ballett“.

Ermöglicht wird dieses reiche Vereinsleben nicht zuletzt durch Beiträge und Spenden der vielen fördernden Mitglieder sowie durch Zuschüsse des Landes Baden Württemberg und des Kulturamtes der Stadt Stuttgart. Vor allem aber ist es unser treues Publikum, das uns alle Mühen der Vorbereitung vergessen lässt, wenn es im Konzertsaal auf den Beginn des Konzertes wartet oder sich in der Pause mit den Spielerinnen und Spielern austauscht.

Wir veranstalten im Jahr zwei große Sinfoniekonzerte (im Frühjahr und im Herbst) im Beethoven- oder im Hegelsaal und ein Konzert im Turmsaal der Musikhochschule im Mai, bei welchem eine weitere Tradition des Vereins gepflegt wird: die Zusammenarbeit mit den zukünftigen Profis, den Studenten der Hochschule!

Aus dem Leben der an Musikern und Musikliebhabern nicht gerade armen Stadt Stuttgart ist der „OV“ mit seinen engagierten Liebhabern und seinem begeisterten Publikum nicht wegzudenken.

Stefan Kuntze


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